Warum unterliegen Schulwaschräume oft einem hohen Vandalismus? Wieso entstehen Graffitis? Weshalb werden WC-Papierrollen ins Klo gestopft?
Häufig werden als Alleinschuldige für diese Situation wir Schüler ausgemacht. Nun, das ist irritierend. Da am Anfang des Schulprojektes gerade wir, die Schüler der Realschule Süd die Sanierung der Toilettenanlagen ganz oben auf die Agenda gewählt haben.
Die Missstände in den Sanitärbereichen und daraus entstehende Nichtnutzung fördern Lern- und Konzentrationsschwächen oder auch Langzeitschädigungen durch unnötige Blaseninfekte und Verdauungsprobleme.
In verschiedenen Workshops haben wir festgestellt, dass die Planung und der Betrieb eines Sanitärraumes in einer Schule über die gesetzlichen hinausgeht. Wir haben erfahren, dass diese Räume ein sehr intimer Bereich sind, und es fiel uns am Anfang schwer, Wünsche und Bedürfnisse zu diesem Tabu-Thema zu äußern.
Es wurden die unterschiedlichen Gründe für Vandalismus, wie Profilierung, Wut, Langeweile, Rache oder Unzufriedenheit untersucht. Dazu nahmen 319 Schüler der Realschule an einer Umfrage teil. Die komplexen Prozesse zum Betrieb, Reinigung und Erhalt einer Schultoilette wurden analysiert und die Funktionalität der Ausstattungsgegenstände, wie Spendersysteme, Trennwände, Keramik, Fliesen und Armaturen geprüft.
Schnell haben wir festgestellt, dass schon ein leerer Seifenspender oder fehlendes Toilettenpapier Aggressionen hervorrufen kann. Oder dass ein erstes Graffiti auf der Trennwand unweigerlich eine Antwort in Form eines weiteren Graffiti provoziert.
Tatsache ist, dass bereits bei der Planung der Sanitärräume über gesundheitliche Entwicklung der Jugendlichen, Verschmutzungsgrad, Vandalismus und Betriebskosten entschieden wird.
Derzeit planen wir die Umgestaltung der Außentoilettenanlage, und es entstand die Idee, die gesammelten Erfahrungen auch anderen zugänglich zu machen und somit die Initiative www.schulklo.de.
"Alle waren mit Feuereifer dabei, und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Wir haben viel gemeinsam geleistet, gestaunt und gelernt. Wir sind stolz – jetzt ist es unsere Schule."
Die Schülerinnen und Schüler der Arbeitsgemeinschaft „Architektur & Gestaltung“