Graffiti ist eine Kommunikationsform der Menschen, die sich zurückverfolgen läßt bis ins römische Reich. Es ist bekannt, dass es bereits im alten Rom an Toilettenwände gekritzelte Sprüche gab. Dort konnte man lesen, daß Claudius doof ist und der Kaiser seine Frau betrügt.
Moderne Graffitis, die mit Spraydosen auf Mauern oder Fahrzeuge gemalt werden, haben ihren Ursprung in New York. In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts malten die Mitglieder von Jugendbanden so genannte „Pieces“ an Wände. Dabei handelte es sich um geheime Nachrichten oder Mitteillungen.
Verbreitung bei uns fanden Graffitis über die Hip-Hop-Kultur, in der die gesprayten Bilder einen wichtigen Stellenwert haben. Beliebte Flächen dafür sind Betonwände, Hausmauern, Unterführungen, öffentliche Toiletten, aber eben auch Schultoiletten.
Der weltweit bekannteste Sprayer ist Keith Haring. Seine Pieces gelten heute als Kunst und man findet Sie auf Postern, Postkarten und in Ausstellungen.
In Rom kamen Messer zum Einsatz, die profane Botschaften in den Stein ritzten. Die Schüler heute verwenden bevorzugt Eddings und Kugelschreiber.
Jugendliche sind die Personengruppe, die am häufigsten Graffitis hinterlässt. Egal ob auf Schulbänken, Straßenbahnhaltstellen oder auf öffentlichen Toiletten, sie verschaffen damit ihrem Ärger, ihrer Frustration oder ihrem Gerechtigkeitsempfinden Luft. Obwohl diese Nachrichten anonym sind enthalten sie oft eine Suche nach dem Publikum, nach dem Leser, oft sogar nach Antwort.
Wie die Umfrage unter den Schülern zeigt, ist das Anbringen von Klogaraffiti nicht mit dem Wollen der Zerstörung verbunden. Im Gegenteil, der Wunsch nach Ausdruck und Kommunikation widerspricht der Zerstörung der Arbeitsfläche.
Ungeachtet dessen wird die ungeordnete „Dekoration“ als störend empfunden, die gängige Vorstellung von Hygiene in diesem Bereich wird negativ beeinflußt.
Man sollte Graffiti nicht ausschließlich als Verschmutzung begreifen, sondern als legitime Kommunikationsform. Was kann einer Gesellschaft besseres passieren, als wenn sich Wut und Frustration in Kreativität äußern. Graffitis sind kreativ. Darum sollte ein spezieller Platz in den Toilettenräumen geschaffen werden, auf dem Graffiti erlaubt und erwünscht ist. Schulen, die sich mit dem Thema Graffiti beschäftigt haben, bieten den Schülern spezielle "Graffitiflächen" aus Kunststoff, Glas oder Folien. Diese können leicht ausgetauscht werden. Die Schüler selber wählen regelmäßig das schönste Graffiti des Monats oder des Jahres.