Schrecklicher Gestank, keine Farbe an den Wänden, verrostete Heizkörper, fehlende Toilettenbrillen, keine Seife, kein Toilettenpapier, nichts womit man sich die Hände abtrocknen kann. Das war die Situation in der Duisburger Realschule. Hinzu kamen Probleme durch Vandalismus, denn solche grausigen Orte werden natürlich nicht gerade pfleglich behandelt. Viele Schüler gingen gar nicht mehr auf das Schülerklo.
So entstand die Projektidee. Als erstes baten sie die Architektenkammer um Hilfe und bewarben sich um Aufnahme in die Projektreihe „KidS – Kammer in der Schule“. Im November 2007 erhielten sie die Zusage.
Zur Geldbeschaffung starteten die Schüler eine Alt-EU-Währungs-Aktion. Sie sammelten ungültige Münzen, die von einer Hamburger Bank umgetauscht werden. Außerdem wurden alte, defekte Handys gesammelt, für die bekommt man 1,50 € pro Stück. Zusätzlich wurden über 500 Briefe an potenzielle Sponsoren verschickt.
Es entstand eine Arbeitsgemeinschaft „Architektur und Gestaltung“. Um alle Schüler zu beteiligen, wurden Wunschzettel in den Klassen verteilt. Die wöchentlichen Sitzungen der Planungsgruppe wurden von einer Architektin und einer Lehrerin begleitet.
Als klar war, welche Einrichtungsgegenstände benötigt werden, fragten die Schüler bei den entsprechenden Herstellern an. Viele stellten kostenlos Gegenstände zur Verfügung.
Die Schulleitung stimmte zu, drei Projekttage mit allen Schülern durchzuführen. Für fast jede Arbeitsgruppe konnte ein Fachmann gefunden werden, um die Schüler fachkundig anzuleiten. So konnten sie sehr viel selbst machen.
Viele Arbeiten waren ungewohnt, und sie mussten viel lernen. Aber alle waren begeistert bei der Sache, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das beweisen auch die zahlreichen Berichte in Zeitungen, Zeitschriften, Funk und Fernsehen.