Die Angst vor der Schweinegrippe wird weiter geschürt
Schulschließungen, Unsicherheit zur Impfung oder gar Todesfällen sorgen inzwischen für Beunruhigung und Verwirrung. Dabei haben gerade zum Schulstart viele Politiker und Betreiber von Schulen behauptet, dass man vorgesorgt hätte. Seife und Papierhandtücher würden überall zur Verfügung stehen. Ist das so?
Der Erreger der Schweinegrippe ist ein Virus. Das Schweinegrippevirus gehört zum Typ H1N1 – dies bezeichnet den Typ der Influenza Viren, von denen es unzählige gibt. Im Virus sind enthalten Anteile von Viren, die Schweine, Vögel und Menschen befallen können zu einem neuen Virus kombiniert.
Der Erreger in dieser Form ist noch ganz neu. Nur wenige Menschen hatten zu ihm Kontakt. Kaum einer ist also immun, praktisch jeder ist empfänglich für die Krankheit, was die Verbreitung begünstigt.
Wie bei jeder andere Grippe verbreite sich der Krankheitserreger der Schweinegrippe durch die Luft (Tröpcheninfektion) oder durch das Berühren von Gegenständen (Schmierinfektion).
Hustet oder niest eine infizierte Person, gelangen kleinste Tröpfchen, die Viren enthalten können, in die Luft. Atmet ein anderer Mensch diese ein oder kommt er in direkten Kontakt damit, ist eine Infektion möglich.
Die Schmierinfektion erwartet uns still und unbemerkt an vielen Stellen. Türklinken, Geldstücke, Handys, der Händedruck, Wasserhähne und vieles mehr können mit virushaltigem Sekret verschmutzt sein. Die Erreger gelangen auf die Hände und danach in Kontakt mit der eigenen Schleimhaut und dadurch in den eigenen Körper. Wie die Erreger auf unsere Schleimhaut kommen? Jeder faßt sich mindestens fünfmal pro Stunde ins Gesicht, an die Nase, den Mund oder die Augen, oder faßt mit den Händen sein Frühstücksbrot an.
Einen wirksamen Schutz vor Tröpfcheninfektion bietet eine Maske. Ein Mundschutz über Mund und Nase verhindert aber eher, dass Viren in die Umgebung ausgeatmet werden. Nur in begrenztem Maße schützt er davor, Keime einzuatmen. Ein Mundschutz ist also kein zuverlässiges Mittel, eine Ansteckung zu vermeiden.
Eine Schmierinfektion zu vermeiden liegt in der Hand jedes Einzelnen. Für den Alltag genügt das Waschen mit Seife. Desinfektionsmittel sind nicht erforderlich, da die Viren in dem Fett- und Feuchtigkeitsfilm auf der Oberfläche der Haut haften, der beim Waschen entfernt wird.