Schon in der römischen Antike hat es Graffitimalereien gegeben. Sie wurden mit Holzkohle, Kot oder einem spitzen Gegenstand an Mauerwände geschrieben. Dabei muss man bedenken, dass zu der Zeit das allgemeinte Volk, der geschriebenen Sprach noch nicht mächtig war. So hatten die Graffitis dieser Zeit ihre eigene Sprache und dienten dem einfachen Volk zur Verständigung. So hat man auch in Pompeji und Herculaneum, den beiden Städten die durch den Ausbruch des Vesuvs um 70 vor Christus, noch weit vor der römischen Antike liegend Graffitis gefunden, die durch das verschüttet sein so gut erhalten blieben, dass sie uns heute Aufschluss über das damalige Leben der Menschen geben und dies nicht aus der Sicht der Herrschenden, die der Schrift mächtig waren und deren Blickwinkel. Lange aber blieben diese Erzeugnisse unbeachtet und erst Mitte des 19. Jahrhunderts begann man diese Form der Ausdrucksweise ernst zu nehmen, zu sammeln und zu archivieren.
Begriffserklärung
Das Wort "Graffiti" kommt aus dem italienischen und leitet sich von dem Begriff "sgraffiare" ab, was so viel bedeutet wie kratzen. Es schließt sowohl das Kratzen von Nachrichten mit ein, wie aber auch das Aufmalen oder Aufsprayen. Heute wird der Begriff auch oft im kommerziellen Sinne verwendet.
Personengruppen
Jugendliche sind die Personengruppe, die am häufigsten Graffitis hinterlassen und sich damit stark auszudrücken versuchen. Egal ob auf Schulbänken, Straßenbahnhaltstellen oder auf öffentlichen Toiletten, sie hinterlassen ihre Nachrichten und verschaffen damit ihrem Ärger, ihrer Frustration oder ihrem Gerechtigkeitsempfinden Luft, als Prozess einer kreativen Selbstbehauptung.
Aber auch in Gefängnissen sind Graffitis zu finden. Der Lebenssituation der Gefangenen entsprechend, werden in diesen Graffitis häufig der Staat, seine Gesetze und Institutionen kritisiert.
Toiletten-Themen und Unterschiede zwischen Männer- und Frauentoilettengraffitis
Gerade öffentliche Toiletten sind seit langer Zeit ein Ort an dem Graffitis zu Haufe entstehen. Auch diese Toilettengraffitis bestanden schon zur Zeit der römischen Antike und waren auch schon dort von der Obrigkeit nicht gern gesehen, da -wie es heute auch oft der Fall ist- sie sich negativ gegen diese äußerten.
Gerade aus dem Bereich der Sexualität werden häufig Motive gewählt, als immer noch tabu Bereich in der Öffentlichkeit, ergibt sich in Graffitis die Möglichkeit sich unerkannt zu diesen Themen zu äußern. Gerade auf Männertoiletten zeigt sich dieser Bereich stark ausgeprägt. So wird auch das Thema Politik häufiger auf Männertoiletten diskutiert bzw. sich dazu geäußert, als auf Frauentoiletten.
Auf Frauentoiletten sind dagegen eher Graffitis zu finden, die sich mit dem Thema Liebe und Romantik, wie auch Sehnsucht beschäftigen. Oder mit frauenspezifischen Themen. Oft werden auch Fragen gestellt, auf die die Verfasserin erhofft Antwort durch eine andere Frau zu bekommen.
Nicht nur die Themen zwischen Frauen- und Männertoiletten unterscheiden sich, auch die Menge unterscheidet sich. Frauen produzieren um einiges weniger Graffitis, als Männer. Dabei ist aber zu beachten, dass Frauen sich oft wortreicher über die Themen auslassen als Männer, die oft nur in Wörtern oder kurzen Sätzen schreiben.
Männer hingegen schreiben oft ‚kurz und knapp’, parolenartig, oder mit Reimen aus. Der dabei vorherrschende Ton ist eher rauer Natur. Fast nie wird positiv auf das vorher geschriebene eingegangen, oft wird es niedergemacht (durch zynische Bemerkungen) durchgestrichen oder überschrieben.
In Frauentoiletten wird häufig auf die gestellten Fragen eingegangen, Mitgefühl gezeigt, oder Rat gegeben. Dabei nehmen sich die verschiedenen Schreiberinnen den Problemen an antworten meist konstruktiv.