Funktionstüchtige Toilette bieten
Genau wie bei Erwachsenen sorgt es auch bei Schülern für Ärger und damit für Aggressionshandlungen, wenn Dinge nicht funktionieren oder nicht da sind. Deshalb ist es wichtig, dass Spender gefüllt sind, dass die Spülung und alle anderen Armaturen funktionieren, dass es Toilettenbrillen gibt und das Licht funktioniert.
Kaputtes wird bald noch kaputter sein - schnelle Reparatur spart Folgekosten
Eine halb zerbrochene Klobrille wird bald ganz zerbrochen sein. Ganz einfach, weil sie ärgerlich und hässlich ist. Diese Zerstörungen sind oft Hilfeschreie, nach dem Motto: "Wenn dies der Gesellschaft gleichgültig ist, dann wollen wir doch mal sehen, was noch alles passieren muss, damit sich endlich jemand kümmert."
Defekte in Toilettenanlagen sollten also möglichst schnell behoben werden. Auf diese Weise werden Folgezerstörungen vermieden. Außerdem hat der Vandale dann keine Möglichkeit, mit der Tat unter Freunden anzugeben.
Ein Beispiel: In Hamburg und Köln konnten Zerstörungen durch tagesaktuelle Reparaturmaßnahmen auf NULL reduziert werden.
Solides überlebt länger - solide Aussehendes auch
Eine simple Wahrheit: Was nicht kaputt zu kriegen ist, bleibt heil. Und was rein optisch den Eindruck hoher Widerstandfähigkeit vermittelt, entgeht oft bereits dem Versuch der Zerstörung. Deshalb empfehlen wir auch bei jeder Gelegenheit Toilettenaccessoires aus Edelstahl. Seifenspender, Toilettenpapiergehäuse, Händetrockner und sonstige Accessoires lassen sich in Edelstahl sehr funktional und weitestgehend Vandalismus hemmend installieren. Bei Waschbecken und WC-Becken empfehlen wir dieses Material wegen der unattraktiven Optik jedoch nicht - oder nur nach mehrfacher Zerstörung.
Angriffsflächen sollten so klein wie möglich gehalten werden. Unsichtbare Steuerungen (Radar- und Infrarot) oder Wandinstallationen sind das Mittel der Wahl. So werden Spülungen automatisch ausgelöst, selbst wenn der Benutzer das mal vergessen hat.
Schöne Dinge werden seltener zerstört
Bereits vor vielen Jahren wurden die S-Bahnzüge in den Großstädten grundlegend umgestaltet. Von den nackten Holzbänken oder tristem grauem Kunststoff ging man über zu freundlichen Samtbezügen in Pastellfarben. Was auf den ersten Blick paradox wirkt, half entscheidend gegen Vandalismus. Denn schöne Dinge werden weniger zerstört. Die Hemmschwelle ist viel größer. Diese Erkenntnis lässt sich auf Toilettenanlagen übertragen. Ein einheitliches Bild der Sanitärartikel bewirkt eine positive Gesamtwirkung des Raumes. Der Nutzer wird neben anderen wichtigen Dingen, wie z.B. das Vorhandensein von Papier, Sauberkeit, etc. positiv gestimmt und neigt dann viel weniger zu Gewalt. Eine helle (Nicht unbedingt weiß!), freundliche Ausstrahlung an sich ist schon Vandalen hemmend.
Selbst Gemachtes wird überhaupt nicht zerstört
Noch besser ist es, wenn die Schüler selbst mit Hand angelegt haben. Wer sich viel Mühe gegeben hat, den Toilettenraum in freundlichen Farben zu streichen, wird sein Werk nicht mit Graffiti ad absurdum führen.
Die Idee: Schüler an den eingesparten Kosten beteiligen
Manche Schulen haben einen "Vandalismusfonds". Hier stehen Gelder für Reparaturen zu Verfügung, sie werden in der Regel vom Hausmeister verwaltet. Der Deal, der mit Schülern getroffen wird: Fallen weniger Reparaturen aufgrund von Vandalismus an, so kann ein Teil des Geldes am Jahresende in die Schülerkasse fließen, oder das Geld wird in Abstimmung mit den Schülern für Sanierungen ausgegeben.
Schüler einbeziehen
Gewaltbereitschaft, auch gegen Sachwerte, entsteht durch übermäßige Frustration und Ohnmachtsgefühl. Die Übertragung von Verantwortung an Schüler ist daher eine sinnvolle Gewaltprävention. Für Gestaltung und Betreuung der Schultoiletten lassen sich Schüler begeistert in die Verantwortung nehmen. Die Beteiligung führt zu einer stärkeren Identifikation mit der Schule, und fördert das Selbstwertgefühl
Gesetzliche Rahmenbedingungen
Im den deutschen Gesetzen wird nicht der Begriff "Vandalismus" verwendet. Hier spricht man von Sachbeschädigung.
Sachbeschädigung ist die vorsätzliche und rechtswidrige Beschädigung oder Zerstörung einer fremden Sache. Als Beschädigung gilt die nicht ganz unerhebliche Verletzung der Substanz, auch der äußeren Erscheinung oder Form einer Sache, durch die die Brauchbarkeit zu Ihrem bestimmten Zweck beeinträchtigt wird.
Mit andern Worten: Wer fremdes Eigentum mutwillig zerstört oder beschädigt, kann in Deutschland bis zu drei Jahre ins Gefängnis kommen (StGB §303 ff).
Vandalismus und Gesellschaft
Im Jahr 2006 gab es laut den offiziellen Statistiken 6.304.223 Straftaten in Deutschland. In dieser Statistik werden Mord, Diebstahl, Betrug, Sachbeschädigungen oder auch Drogendelikte erfasst. 12,1 Prozent aller in Deutschland verübten Straftaten sind auf Sachbeschädigungen, wie es im Amtsdeutsch heißt, zurückzuführen. Dieser hohe Anteil an den Gesamtstraftaten ist weiter steigend.